Heute startete ich beim M3 Montafon Mountainbike Marathon erstmals in dieser Saison auf eine Strecke mit über 2.000 Höhenmetern. Ich fuhr den M2, der mit 65km und 2.400 Höhenmetern „nur“ die zweitlängste Distanz bei dieser Veranstaltung war. Trotzdem war es für mich das bislang härteste Rennen in dieser Saison.

Top Starterfeld beim M2 im Montafon

Siegerhrung M2 Montafon 2016Das Starterfeld konnte sich sehen lassen. Mit Daniel Federspiel war der Doppelweltmeister im Cross Country Eliminator am Start, der gerade erst seinen Titel in Nove Mesto verteidigt hat. Und der machte von Anfang an Druck. Wir mussten gleich von Beginn an richtig in die Pedale treten, um diesem Tempo standzuhalten.

Zweiter nach 1.700 Höhenmetern

Nach dem ersten Anstieg (ca. 30km und 1700 Höhenmeter) war ich auf Platz 2. Ich fühlte mich am Berg bombenstark und wusste, heute kann ich um den Sieg mitfahren. Bei der Abfahrt mit über 1000 Abfahrtshöhenmetern fiel ich hinter den späteren Zweitplatzierten Thomas Schmid aus der Schweiz zurück. Ich wusste jedoch, dass ich am Berg stärker bin als er. Außerdem musste ich mir hier auch immer noch ein bisschen Kraft aufsparen, da ich eben noch nie in dieser Saison ein so konditionell anspruchsvolles Rennen gefahren war. Es lief also alles perfekt und ich bekam bei ca. Kilometer 42 in Vandans endlich meine Cola von meinem Betreuerteam.

Ab Kilometer 50 ging nix mehr

Jörg Scheiderbauer M2 2016Die ersten 3 km des jetzt folgenden Anstieges konnte ich wieder an den Zweitplatzierten heranfahren, doch dann merkte ich plötzlich, dass der Mann mit dem Hammer kam. Ich war nicht nur schwarz, sondern kohlrabenschwarz. Ich versuchte mich immer wieder zusammenzureissen, aber ich hatte beim Versuch, den Zweitplatzierten einzuholen, völlig überpaced und bekam nun die Quittung dafür. Aus meiner Profizeit kannte ich solche Einbrüche. Ich versuchte so gut wie möglich, damit klarzukommen. Irgendwann holten mich Daniel Federspiel und Fabian Costa am Berg ein und zogen an mir vorbei. Sie merkten natürlich sofort, dass ich völlig neben der Spur bin. Selbst auf den letzten zehn Kilometern, die es lediglich bergab ging, hatte ich bei einer technisch einfachen Abfahrt die größte Mühe, überhaupt noch die Kurven fahren zu können. Drei km vor dem Ziel stürzte ich noch erschöpfungsbedingt. Dieser Sturz kostete mich nochmals zwei Plätze.

Gesamtsiebter und Zweiter in der AK

Jörg Scheiderbauer Zieleinfahrt M2 Montafon 2016Ich konnte mich dann mit letzter Kraft als Gesamtsiebter ins Ziel retten. In meiner Altersklasse schaffte ich immerhin den 2. Platz. Zufrieden war ich damit aber nicht. Eigentlich bin ich derzeit in Topform und freue mich schon auf das Bergrennen beim Ironbike Festival in Ischgl am kommenden Mittwoch, 3. August 2016. Am Samstag werde ich dann beim Marathon in Ischgl wieder auf der Mitteldistanz starten und dort um die Gesamtwertung Montafon / Ischgl (Silvretta MTB Prince) fahren.

Nachdem ich mein racextract Sparrowhawk im Jörg Scheiderbauer Nach dem M3 Marathon bei der MassageAuto verstaut hatte, gönnte ich mir noch eine Massage beim Team der Rehaklinik Montafon. Diese tat nach dem Rennen echt gut. Anschließend luden uns mein Patenonkel Hans und meine Tante Bärbel aus Dornbirn noch zum Essen ein. Hansi und Bärbel waren früher bei fast jedem meiner Rennen dabei und jetzt seit langer Zeit mal wieder, was mich sehr gefreut hat.

 

Jörg Scheiderbauer M3 mit Tante und Onkel