Am letzten Wochenende fand in Riva del Garda das 23. Ziener Bike Festival Garda Trentino powered by Mini statt. Mehr als 2500 Teilnehmern aus über 30 Ländern, darunter auch einige internationale Mountainbike-Stars, gingen hier an den Start.

Zur Auswahl gab es vier Strecken: Die Ronda Facile (28,63 km, 702 Hm), die Ronda Piccola (44,24 km, 1.523 Hm) die Ronda Grande (73,94 km, 2.831 Hm) und die Ronda Extrema (90,43 km, 3.838 Hm). Außerdem ist der Marathon in Riva del Garda der Auftakt für die MarathonMan Europe Series.

Der letzte Schliff für mein Sparrowhawk

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Der Ausblick aus unserem Hotel am Samstagmorgen um 6.30Uhr

Ich entschied mich für die Ronda Piccola, also 44,24km und 1523 Höhenmeter. Die ideale Gelegenheit, endlich unser nagelneues racextract Sparrowhawk Full Suspension Mountainbike auf die Probe zu stellen. Nach dem ich in den letzten zwei Wochen noch auf unserem 27,5 Zoll racextract Alu Hydrox Bike die Rennen bestritten hatte, ist das Sparrowhawk nun endlich fertig. Noch auf dem Bike Festival in Riva bekam es von unserem Partner DT SWISS den letzten Schliff. Den extra für uns angefertigten Dämpfer, den die DT SWISS Leute direkt aus der Schweiz nach Riva del Garda mitgebracht haben, baute ich dort am Stand in das Bike ein. Somit war es endlich fahrbereit und ich gespannt auf die Probefahrt.

Die Probefahrt

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Vor dem Start

Ich machte mich nun also auf den Weg, merkte aber schnell, dass da irgendwas nicht stimmen konnte. Das Sparrowhawk ließ sich nicht lenken, sobald ich mein Körpergewicht auf den Lenker verlagerte. Schnell wurde mir klar, dass ich hier wohl in der Hektik vor der Abreise vergessen hatte, den Steuersatz des Lenkkopflages einzusetzen. Glücklicherweise hatte ich noch ein Ersatzrad dabei und konnte das Teil von dort umbauen. Gesagt – getan. Nun konnte die Probefahrt losgehen.

Und ich stellte schnell fest: Dieses Bike ist der absolute Hammer. Mir war sofort klar, dass ich am nächsten Tag mit dem Besten Bike am Start sein würde und es keine Ausreden geben wird, dass das Material Schuld an einem schlechten Abschneiden sein könnte. Nun lag es also an mir 😉 Bei den letzten Rennen konnte ich ja immer sagen, dass ich mit einem Rad für 1.500 Euro auf der Strecke war. Jetzt war das eine andere Liga.

Schon bei der Probefahrt merkte ich, dass einem das Fully fast jeden Fahrfehler verzeiht. Problematisch wird es nur, wenn das Set-up, z.B. Reifenluftdruck, Dämpfer- oder Federgabeldruck nicht optimal eingestellt sind.

Das Rennen

Bike-Festival-Riva - 4Am nächsten morgen ging es um 7.45 Uhr für die Teilnehmer der Ronda Piccola los. Schon beim neutralisierten Start legte das vordere Fahrerfeld ein derartiges Tempo vor, dass es mir fast den Kuckuck rausgeschossen hätte. Ich dachte mir, wenn das so weitergeht, bin ich nach 10 Kilometern platt. Und ich sehnte den ersten Anstieg herbei.

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Nach der Zieleinfahrt – ein bisschen enttäuscht aber dennoch glücklich

Am Anstieg angekommen, konnte ich mich sofort mit der Spitzengruppe bestehend aus mir, Wolfram Kurschat (40) und Weltcupfahrer Jakob Hartmann (20) absetzen und gemeinsam gingen wir in die erste Abfahrt. Jetzt wollte ich es allen zeigen und mein Sparrowhawk an seine Grenzen bringen. Auf einmal sah ich einen Streckenposten, der mir andeutete, dass ich mein Tempo verlangsamen soll. Ich schenkte ihm jedoch keine Beachtung, was ich einige Sekunden später bitter bereute. Auf einer Felsplatte rutschte mein Hinterrad derart weg, dass ich mit meinem Steißbein auf die Felsplatte knallte. Im ersten Moment blieb mir die Luft weg und ich dachte, das wars jetzt. Ich hatte extreme Schmerzen und befürchtete, dass mein Rücken etwas abbekommen hat. 3 Fahrer zogen an mir vorbei, so dass ich nun an vierter Stelle war. Ich stand wieder auf, schnappte mein Rad und fuhr weiter. In der Abfahrt hatte ich jetzt allerdings keine Chance mehr, zum Spitzentrio aufzuschließen. Auf der folgenden Ebene konnte ich jedoch wieder an sie heranfahren. Jetzt wollte ich es mir nicht mehr nehmen lassen und einen Podiumsplatz erreichen. Wolfram Kurschat war schon weit in Führung. Mir war klar, dass sich das Rennen um die Plätze zwei und drei auf den letzten Metern entscheiden würde. Kurz vor dem Ziel konnte ich Jakob Hartmann (20) überholen und musste mich beim Zielsprint um eine hundertstel Sekunde Simon Schneller (18) geschlagen geben. Lustig war im nachhinein, dass mir bewusst wurde, dass der Gesamtzweite und der Gesamtvierte zusammen jünger als ich sind. Simon Schneller wird zwar am 2.5. 19 Jahre alt, aber am Samstag war er noch 18 und Jakob Hartmann 20. Da wird einem dann doch ein bisschen klar, dass man alt wird.

Insgesamt war Riva aber ein tolles Event mit endlich einmal besserem Wetter. Und dem neuen Sparrowhawk werde ich mit Sicherheit noch einen eigenen Blogbeitrag widmen. Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass auch meine Eltern am Wochenende in Riva mit dabei waren.

Siegerehrung Bike Festival Riva del Garda

Siegerehrung Ronda Piccola Men