Heute war es endlich soweit. Der Tag, auf den ich seit gut einem dreiviertel Jahr hintrainiert habe, ist endlich dagewesen.

Abfahrt um 4:30

Um 4:30Uhr fuhr mein Bus vom Hotel zum Eventgelände. Die Nacht davor war entsprechend kurz. Am Eventgelände angekommen habe ich mir erst mal einen Espresso gegönnt. Danach bin ich zum Schwimmstart und habe mich dazu entschlossen, auf das einschwimmen zu verzichten und mich gleich mal gut an der Startlinie zu positionieren, da 100m nach dem Schwimmstart gleich eine Linkskurve kam.

Swim

Mein Ziel war es, die 3,8km unter einer Stunde zu absolvieren. Das Schwimmen lief absolut perfekt und nach 57 Minuten kam ich aus dem Wasser und der Wechsel aufs Bike lief reibungslos.

Bike

Jetzt kam also meine Paradedisziplin und ich wusste, ich kann hier einige Plätze gut machen. Am Anfang der 180km gab es gleich ein paar Anstiege mit heftigem Gegenwind. Hier konnte ich gerade mal einen Schnitt von 32km/h und ich wusste, ich musste noch ganz schön zulegen, da meine Zielzeit bei 5:15h lag. Das racextract sparrow TT war von der Aerodynamik her wahnsinnig gut und ich konnte einen Platz nach dem anderen gut machen und arbeitete mich zu den Profis vor. Zwischenzeitlich konnte ich bis auf eine Top 30 Platzierung und 1. in meiner Altersklasse vorfahren.

Das Blöde war nur, dass ich vergessen hatte, den Aerosattel richtig festzuschrauben. Dieser löste sich nach 110 Kilometern. Das war scheiße. Richtig scheiße. 50 Kilometer lang versuchte ich vergebens, einen Mechaniker an der Strecke zu finden (Hilfe von außen ist beim Ironman nicht erlaubt), um einen 13er Gabelschlüssel zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Also musste ich immer wieder anhalten um den Sattel in Ordnung zu bringen. Ohne Schraubenschlüssel. War halt so und ich konnte daran nix ändern. Nach 5:24h kam ich in die Wechselzone, immer noch mit der Besten Radzeit in meiner Altersklasse.

Run

Auf Platz 2 meiner Altersklasse ging es auf die Laufstrecke. Hier tat ich mich richtig schwer, aber das war auch schon im Vorfeld zu befürchten. Plan war von Anfang an gewesen, einen komfortablen Vorsprung rauszufahren, um es beim Laufen gemütlicher (wenn man das überhaupt sagen kann) angehen zu können. Natürlich hatte mich die Nummer mit dem Sattel ganz schön aus dem Konzept gebracht.

Aber ich schaffte es, einen einigermaßen soliden Schnitt zu laufen. Positiv anzumerken ist, dass weder der Rücken noch die Wade Probleme machten, also mein Körper heute topfit und gesund war. Der Rest ist schnell gesagt, ich kam als 7. meiner Altersklasse und 51. in der Gesamtwertung ins Ziel.

In meiner Altersklasse gibt es 5 Hawaii-Slots, die morgen vergeben werden, und ich mache mir keine großen Hoffnungen, dass da noch einer für mich übrig bleibt.

Danke!

Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei meinem Schatz Alexandra. Sie hat die ganze Zeit live vom Start-Ziel-Bereich aus an die von uns gegründete Whatsapp-Gruppe, der sich ganz viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder angeschlossen haben. Ich konnte eben schon kurz überfliegen, wie dort den ganzen Tag über mitgefiebert und angefeuert wurde und bin total überwältigt. Mit soviel Support hätte ich niemals gerechnet. Natürlich möchte ich mich auch bei all denen bedanken, die mir die letzten Tage viel Glück auf allen möglichen Wegen gewünscht haben.

Bei meinen Athleten möchte ich mich für ihre Geduld in den letzten Wochen bedanken, wenn ich ab und zu mal etwas länger gebraucht habe und nicht ganz so viel für euch da war wie sonst!

So jetzt ist aber gut, ich trink jetzt noch ein Bier und dann gehts ins Bett.

Und morgen mach ich Urlaub!

Sportliche Grüße

Euer Jörg