Zum bereits fünften Mal ging es für mich in diesem Jahr bereits zu Klapprad WM ins Allgäu. Bei dem Bergrennen ist eine insgesamt 12 km lange Strecke, die am Anfang flach aus dem Ort führt und dann in einem ca 6 km langen Anstieg die 640 Höhenmeter zur Bergstation des Breitenberges hinauf führt.
Zugelassen sind laut Reglement nur Klappräder aus den 70ern, bei denen der Rahmen, Lenker und Sattel Original sein müssen. Als einzige Schaltung ist die Duomatic Rücktrittschaltung erlaubt, die aber auch wirklich eine Hilfe ist, da ja das erste Stück flach ist. Ich habe mir dann für dieses Jahr noch eine XTR Kurbel und eine Magura HS 33 Bremse gegönnt.
Die Anreise erfolgte bereits einen Tag vor dem Rennen. Inspiriert von Jörgs erfolgreichem Rennwochenende am Tegernsee habe ich mich auch als Erstes mit dem bayerischen Grundnahrungsmittel Nr. 1 beschäftigt bevor ich mich nochmal auf das Rad gesetzt habe und einen Teil der Strecke gefahren bin um noch einmal das Rad zu checken.
Andreas-Mohn-Klapprad-WM-Pfronten-2Für den Renntag habe ich mir vorgenommen, mich sehr lange warmzufahren damit die Beine im Berg nicht „zu“ machen. Das hat dann leider nicht geklappt, da das SWR Fernsehen, die mich dieses Jahr bei dem Rennen begleiten wollten früher als gedacht da waren um mit den Dreharbeiten bei den Vorbereitungen zum Rennen zu beginnen, egal, dann halt kurz und intensiv…
Nach dem Startschuss ging es dann gleich mit 110% hinter einem Kamerawagen hinterher. Da ich mich dieses Jahr für die kleinstmögliche Übersetzung (vorne 36 und hinten 24 Zähne) entschieden hatte hieß es irgendwie die Ebene zu überstehen, was auch gut geklappt hatte, denn nach einem ersten kurzen Wiesenanstieg lag ich schon auf Platz zwei, allerdings war der bisher zweimalige Weltmeister noch hinter mir. Nach den elf Serpentinen Richtung Gipfel hat sich das Feld dann schon deutlich auseinander gezogen. Inzwischen führte der Titelverteidiger, ich lag auf dem zweiten Platz vor dem letztjährigen Vizeweltmeister. Auf der restlichen Strecke bekam ich weder nach vorne noch nach hinten einen weiteren Klappradler zu Gesicht, nur das Führungsmotorrad war noch ab und an zu hören.
Drei Kurven vor Schluss war dann das Ziel endlich sichtbar und die Anfeuerungsrufe der Zuschauer zum Endspurt des Führenden zu hören. Auf dem letzten steilen Stück stand dann ein Kamerateam, was mich dann nochmal dazu gebracht hat auf das Rad zu steigen und den sehr steilen Schlussanstieg zu fahren, aber als Vizeweltmeister kann man ja auch mal etwas Einsatz zeigen ;-).
Nach kurzem Jubel bei der Zieleinfahrt und Gratulation an den Sieger stand schon wieder die Kamera da, was echt fies ist nach einem Bergrennen, da einem das Atmen schon schwer genug fällt ohne dass man etwas sagen muss.Andreas-Mohn-Klapprad-WM-Pfronten-3
Bei bayerischen Kaltgetränken und viel Fachgesimpel über Klappradtuning wurde wie immer gemeinsam auf den letzten Teilnehmer gewartet bis es mit der Bergbahn wieder in das Tal hinab ging wo dann am Nachmittag noch die Siegerehrung bevor stand. So sehr man in dem Anstieg auch leidet und sich fragt warum man sich das eigentlich antut ist man beim Überqueren der Ziellinie schon wieder fest entschlossen im nächsten Jahr wieder zu starten.
Der Bericht vom SWR steht in der SWR Mediathek: Landesschau Baden-Württemberg: Klapprad-WM im Allgäu