Schon die Wettervorhersagen für die Schönbuch Trophy am 16. April 2016 verhießen nichts Gutes. Am Morgen des Rennens dann bestätigten sich alle Voraussagen und es regnete in Strömen. Trotzdem machten wir uns am späten Vormittag auf den Weg nach Herrenberg, wo unser Fahrer Benjamin Lusch bereits die Startunterlagen für 46km Marathon Runde bei der Schönbuch Trophy abgeholt hatte. Benny hatte in Herrenberg übernachtet und schon mal die Strecke gecheckt. Wir verbrachten dann noch etwas Zeit im Hotel, um nicht gleich in den Regen zu müssen, und fuhren uns dann ein wenig ein.

Das Material

racextract-Aluhydrox-275-ZollIch war heute gleich mit drei Neuerungen am Start.
1. Ich hatte unser neues 27,5 Zoll Aluhydrox Rad dabei, mit dem ich bereits in der letzten Woche bei der Sabine Spitz Trophy in Bad Säckingen am Start war. Dort war allerdings der Freilaufkörper des Hinterrads defekt und ich musste das Rennen nach der ersten Runde beenden.
Aber heute sollte alles besser werden.
2. Eine andere Sache, die ich testen wollte, ist die neue Shimano XT Komplettgruppe 1x11fach, die seit letztem Jahr auf dem Markt ist. Im Test von den BIKE-Magazin Testern war diese schon gut weggekommen.
3. Das teuerste an meinem Rad heute waren die Crankbrothers eggbeater 11 (UVP: 450 €), die ich endlich mal ausprobieren wollte.

Das Rennen

Joerg-Scheiderbauer-Benjamin-Lusch-Start-Schoenbuch-Trophy-2016Schon am Start wurde mir klar, dass ich wohl der einzige in den vorderen Reihen war, der mit einem Alu Rad startet. Das letzte Mal, dass ich vor dem Rennen letzte Woche überhaupt mit einem Alu-Bike startete, war bei der Mountainbike Weltmeisterschaft im Österreichischen Kaprun im Jahr 2002. Danach war nur noch Carbon angesagt.

Jetzt möchte ich allerdings den Anfang der Saison nutzen, unsere neuen racextract Aluhydrox Mountainbikes auch unter Extrembedingungen beim Rennen zu testen. Auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass ich hierdurch mehr als eine Minute allein aufgrund des höheren Gewichts des Bikes auf der Marathondistanz verliere.

Das Starterfeld konnte sich sehen lassen. Unter den Lizenzfahrern waren Jochen Käß und Matthias Pfrommer. Matthias war gerade vom Cape Epic in Südafrika zurückgekommen, das er zusammen mit Nicola Rohrbach als Gesamtzweiter beendet hat. Ich musste aus der 2. Reihe hinter den Lizenzfahrern starten.

Joerg-Scheiderbauer-nach-Schlammschlacht-Schoenbuch-Trophy-2016-2Beim Start kam ich super gut weg und konnte in die Top 5 auffahren. Nach einem langen Asphaltantieg wurde die Strecke dann auch schnell extrem matschig und schwierig. Das Tempo war für diese Bedingungen abartig hoch und ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, ob ich das durchhalten kann. Mit meinen 39 Jahren fehlt mir allmählich die Spritzigkeit, um bei den ganzen jungen Fahrern mitzuhalten. Was mir dann aber nach 15 km aufgefallen ist, ist dass dieser Kurs auch den jungen Wilden alles abverlangte. Ich merkte, dass ich in Runde 2 angreifen können würde und peilte für mich die Top 5 an.
Die neue Shimano XT hat super geil funktioniert in Runde 1, Schalt- und Bremsperformance waren hervorragend. Ich konnte als Gesamtsechster in die 2. Runde einfahren und hatte den Plan, auf Podium zu fahren. Das Problem war dann allerdings, dass die Sonne rauskam und den bis dahin flüssigen Untergrund extrem lehmig machte. Ich fuhr in eine tiefe Spurrinne und merkte, dass durch den Morast die Kette im Schaltwerk immer wieder hängen blieb – hier wäre wohl ein 29er MTB durch die höheren Laufräder etwas vorteilhafter gewesen. Ich versuchte, mit dem Wasser aus meiner Trinkflasche das Schaltwerk zu reinigen, indem ich das Ritzel spülte. Irgendwann war die Trinkflasche leer und die Schaltung immer noch versaut. Es blieb mir nix anderes übrig, als so weiterzufahren. Die Kette flog mir ständig vom großen Kettenblatt runter, was bei der 1-fach Kurbel bei einem Matschrennen von Nachteil ist, da ich keine Kettenführung montiert hatte. Braucht man normalerweise bei nur einem Kettenblatt zwar nicht, aber hier wäre es sinnvoll gewesen.

Joerg-Scheiderbauer-nach-Schlammschlacht-Schoenbuch-Trophy-2016Es gelang mir, wieder ein paar der Jungs zu überholen, die natürlich vor den gleichen Herausforderungen standen wie ich. Zum Schluss ging es um Platz 6. Ich lieferte mir ein Duell mit Aaron Schooler, der mir bis zur Zieleinfahrt alles abforderte. Immer wieder wechselten wir die Führung. Wenn es leicht bergab ging, hatte ich das Nachsehen, da ich nur ein 34-Kettenblatt montiert hatte. Auf diesem Kurs wäre ein 36er Kettenblatt definitiv besser gewesen. Also musste ich es in der Steigung klar machen. An einem kurzen Gegenanstieg kurz vor dem Ziel nutzte ich meine Chance und zog an ihm vorbei. Ich konnte als erster in die letzte Spitzkehre vor dem Ziel einbiegen und überquerte die Ziellinie eine Sekunde vor Aaron und sicherte mir dadurch Platz 6 in der Gesamtwertung und den Sieg bei den Hobbyfahrern und in der Altersklasse.

racextract-section-northEbenfalls mit am Start waren aus unserem Team Steven Goujon, der die 23km-Strecke fuhr, und Benjamin Lusch, der erst im letzten Jahr mit dem Mountainbiken begonnen hat und hier seinen ersten Marathon mit einer super Zeit von unter 3 Stunden beenden konnte. Unsere racextact Section North mit Michael Krüger und Jürgen Weisert waren ebenfalls mit von der Partie. Hier werden wir bestimmt auch noch einen Blogbeitrag mit den Eindrücken der beiden veröffentlichen.

Fazit

Was sich allerdings mal wieder bewiesen hat, ist dass unsere Aluhydrox MTB extrem robust sind und einen hohen Komfort bieten. Die Shimano XT ist für mich ohnehin schon seit Jahren das beste Produkt im Preis-Leistungsverhältnis für den Hobbyfahrer. Die XTR ist etwas für Gewichtsfetischisten, die durch die Leichtbauweise auch einen höheren Verschleiß hat.Benjamin-Lusch-Schoenbuch-Trophy-2016

Insgesamt kann man sagen, dass unsere Aluhydrox Mountainbikes ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Das Modell, mit dem ich das Rennen gefahren bin, liegt mit einem VK von 1499 Euro (ohne die eggbeater 11 Pedale) weit weit weit unter dem Preis der anderen Bikes, die hier so am Start waren. Und das kann sich denke ich sehen lassen.

Ich bin mal gespannt, wie sich diese Saison weiter entwickelt. Momentan fühle ich mich extrem gut und hoffe, noch einige gute Ergebnisse in dieser Saison fahren zu können. Nächste Woche geht es zum Cross-Country-Rennen nach Hausach.