Besonders in letzter Zeit sehe ich immer öfter Kinder auf der Straße mit 27,5 Zoll Mountainbike oder 29 Zoll Mountainbikes fahren, obwohl ein 26 Zoll rad optimal wäre, da sie offensichtlich noch zu klein für die größeren Laufradgrößen sind. Oder die Kinder fahren zu lange auf einem zu kleinen Fahrrad mit einer 24 Zoll Laufradgröße.

Mal davon abgesehen, dass aus meiner Sicht auch die meisten Erwachsenen beim Fahrradkauf anscheinend schlecht beraten sind, was die optimale Rahmenhöhe angeht, finde ich das bei Kindern besonders schlimm.

Kaum Hersteller für 26 Zoll Räder

Die Frage nach dem warum ist allerdings schnell beantwortet: Fast alle Anbieter haben die Herstellung von Mountainbikes mit 26 Zoll-Laufrädern eingestellt. Und die Folge daraus ist, dass viele Zweiradhändler schlicht und einfach nichts mehr adäquates für die Körpergrößen je nach Schrittlänge ab ca. 1,35m anbieten können.

26 Zoll Modell A7900 von racextract

26 Zoll Modell A7900 von racextract

Da der Markt an Mountainbikes in den letzten Jahren immer größer und vielfältiger geworden ist, ist man als Nicht-Fachmann auf die Unterstützung und Beratung von Experten angewiesen. Und gerade wenn es um ein neues Rad für ein Kind geht, sollte die Sicherheit immer im Vordergrund stehen.

Die Folge: Entweder fahren Kinder heutzutage viel zu lange auf zu kleinen Fahrrädern mit 24 Zoll Laufrädern oder viel zu früh auf größeren 27,5 Zoll oder 29 Zoll Modellen. Und genau das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht sicher für die Kinder. Der Größenunterschied von einem großen 24 Zoll Modell auf ein kleines 27,5 Zoll Fahrrad ist riesig. Die Bandbreite, die dazwischen liegt, nicht mehr abgedeckt.

Die richtige Rahmengröße finden

Wie wichtig es ist, die richtige Größe beim Fahrrad zu wählen, möchte ich hier kurz aufzeigen:

Zu kleines Fahrrad:

  • der Kraftaufwand in einer unergonomischen Sitzposition ist erheblich höher als bei einem optimal eingestellten Rad
  • durch eine zu kleine Laufradgröße entsteht vor allem beim Bergabfahren ein Überschlagsgefühl
  • die Sturzgefahr ist erhöht

Zu große Laufräder:

  • auch hier führt eine unergonomische Sitzposition zu einem größeren Kraftaufwand
  • dadurch haben die Kinder keinen Spaß mehr am Radfahren
  • es mag zwar „cool“ sein, ein Erwachsenenfahrrad zu fahren, allerdings unter Sicherheitsaspekten nicht ratsam
  • nicht so wendig, steif, stabil wie große Größen
  • höheres Gewicht von bis zu 1,5kg (gerade im unteren Preissegment)

Da mir bewusst ist, dass gerade bei der Erstkommunion ein neues Fahrrad ein beliebtes Geschenk ist, möchte ich allen Eltern ans Herz legen, sich vor dem Kauf intensiv mit dem Thema Laufradgröße zu beschäftigen. Denn gerade wenn es um Fahrsicherheit geht, sollten sie keine Kompromisse eingehen.

Lassen Sie sich vom Fachmann beraten!

Und hier bitte vom Fachmann, der auch wirklich alle Alternativen anbieten kann. Ansonsten laufen sie in Gefahr, einfach nur etwas aus dem vorhandenen Sortiment angeboten zu bekommen, unabhängig davon, welche Laufradgröße tatsächlich die beste für ihr Kind ist.

So erkennen Sie, ob sie objektiv beraten werden:

  • der Shop bietet alle verfügbaren Laufradgrößen/Rahmengrößen an
  • Schrittlänge wird abgemessen
  • Sitzposition des Kindes wird angepasst
  • Bremshebel müssen auf den Griffweitenabstand angepasst werden