Jetzt melde ich mich endlich mal wieder mit einem Rennbericht und meinem ersten Sieg in diesem Jahr mit dem racextract Sparrowhawk zurück. Ich war zwar vor zwei Wochen in Bad Wildbad auf der Langstrecke gestartet, musste aber das Rennen nach Runde 2 (von 3) abbrechen, da ich einen Magen-Darm-Virus hatte.

Jetzt fühle ich mich aber wieder besser und habe beschlossen, es den Bayern mal zu zeigen. Am Samstag Nachmittag sind wir also in Richtung MTB Festival Tegernseer Tal gestartet. Das Wetter bei der Abfahrt war gar nicht so schlecht, aber je weiter wir in Richtung Tegernsee kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Mein Einfahren am Samstag fand im strömenden Regen statt. Nach dem Einfahren beschlossen wir, erst mal eine echte bayrische Brotzeit zu uns zu nehmen und fuhren in ein nahegelegenes Wirtshaus.

Kleines Bier in Bayern

Kleines Bier in Bayern

Ich bestellte mir ein kleines Bier und lernte, dass ein „kleines“ Bier in Bayern ein halber Liter ist. Egal, lecker wars auf alle Fälle und wenn die Bayern Bier als Grundnahrungsmittel haben, könnte das mir doch nicht schaden.

Im Hotel checkte ich dann noch die Startzeit und machte eine weitere Feststellung: Die Veranstalter des Tegernseer Marathons hatten sich eine für mich völlig neue Startprozedur einfallen lassen. Das Starterfeld ging nicht in einem Schwung auf die Strecke, sondern alle 15 Minuten 100 Starter. Ich war im Block 6 (zweitletzter Block) eingeteilt, das bedeutete 500 Starter auf meiner Distanz gingen teilweise bis zu 1 1/4 Stunden vor mir auf die Strecke. Ich dachte mir nur, leck mich am buckel, na ja, dann würde es halt ein Einzelzeitfahren werden, da ja die besten Fahrer normalerweise im ersten Startblock sind.

MTB-Marathon-Tegernsee-2016-Joerg-Scheiderbauer-mit-Ex-Kollege-Roland-Stauder

mein Ex-Profikollege Roland Stauder

Am Sonntag morgen wollte ich bei der Akkreditierung auch für mich einen Platz im ersten Block bekommen, aber nur Lizenzfahrer konnten im Nachhinein aus dem ersten Block starten. Also hatte ich jetzt noch ganz viel Zeit in Ruhe einen Kaffee zu trinken.

 

voll motiviert am Start

voll motiviert am Start

Um 10.30 Uhr dann ging es endlich für mich los. Ich fackelte nicht lang rum und trat voll in die Pedale. Ich fühlte mich am ersten Anstieg mit ca. 700 Höhenmetern extrem stark und konnte konstant ein hohes Tempo fahren. Am höchsten Punkt angekommen kam dann auch bald die erste Abfahrt, die aufgrund des Regens sehr aufgeweicht war. Und hier machte sich einmal mehr mein ausgezeichnetes Material bemerkbar. Mit meinem racextract Sparrowhawk gelang die Abfahrt selbst unter den schwierigen Bedingungen mühelos.

MTB-Marathon-Tegernsee-2016-Joerg-Scheiderbauer-waschen

so wäscht man sich in Bayern

Die Mitteldistanz bestand aus 2 Runden. Nach der ersten Runde wusste ich zwar, dass ich gut drauf war, aber hatte keine Ahnung, auf welchem Platz in der Gesamtwertung ich liege. Auch die zweite Runde ging ich hochkonzentriert an, um keine Sekunde zu verlieren, die dann über Sieg oder Niederlage entscheiden könnte. Außderdem half mir die Cola und die zwei Gels, die ich jetzt noch zu mir nahm. Im Ziel angekommen sagte mir meine Betreuerin, dass ich die Strecke von 46km und 1300Hm in ca. 1:45h geschafft hatte und dass Sie die beiden Ersten aus Startblock 1 nach ihrer Zeit gefragt hatte und diese gesagt hatten, sie hätten ca. 1:49h gebraucht.

MTB-Marathon-Tegernsee-2016-Sieger-Gesamtwertung

Siegerehrung Mitteldistanz

Doch jetzt hieß es erst mal warten. Wir mussten uns bis kurz vor der Siegerehrung gedulden, bis die Ergebnislisten endlich aushingen und es amtlich war, dass ich die beste Zeit in der Mitteldistanz gefahren hatte. Die Fahrer aus Startblock 1 fanden dies bestimmt nicht ganz so lustig, da sie sich bestimmt ihres Sieges schon sicher waren. Wäre mir im umgekehrten Fall wohl genauso gegangen.

MTB-Marathon-Tegernsee-2016-Joerg-Scheiderbauer-Siegerbier

Erdinger Alkoholfrei Siegerbier

Bei der Siegerehrung wurde dann noch bekannt gegeben, dass es in 2017 wohl keinen Tegernseer Marathon mehr geben würde, was ich für diese tolle Region sehr schade finde, denn dieser Marathon war ja jetzt über Jahre hinweg einer der größten in Deutschland.

Bei der Siegerehrung erhielt ich dann außer meinem 1. Platz in der Gesamtwertung der Mitteldistanz auch noch einen Sonderpreis für den schnellsten Bergfahrer.

Um ca. 18Uhr ging es dann wieder in Richtung Heimat. Ich freue mich jetzt total auf das nächste Highlight in dieser Saison, den Ultrabike Marathon in Kirchzarten in zwei Wochen am 19.06..