Nachdem ich das letzte Rennen in Nizza mit einem wirklich guten Ergebnis, dem 6. Platz in einem starken internationalen Feld abschließen konnte, ging die Reise voller Motivation nach etwas ausspannen in Nizza weiter nach Cascais.

Frühzeitige Anreise nach Cascais

Bereits 11 Tage vor dem Wettkampf sollte ein Optimum an Akklimatisierung und Regeneration darstellen, da ich ja auch nicht arbeiten musste, Yihhaa. Entsprechend gut ging auch die Regeneration voran. Meine Airbnb-Unterkunft war wirklich der Hammer und die Vermieter Jorge & Christina waren wirklich unglaublich. Genau das liebe ich an Airbnb: man lernt immer wieder sehr interessante Leute kennen, welche schon soviel erlebt haben, dass man den Mund gar nicht mehr zu bekommt.

Keine Zeit zum Sightseeing

Die Location war abgesehen vom Schwimmen im Becken (25€/Tag) sehr gut. Freiwassertraining im Meer mit dem Sonnenaufgang, radeln durch Atemberaubende Gegenden und laufen an der Steilküste von Cascais. Es war einfach der Hammer!
Leider steht bei zwei Mitteldistanzen innerhalb von 2 Wochen die Regeneration und Fokussierung an erster Stelle, weswegen Reisen und Sightseeing auf ein Minimum reduziert war. Nachdem das Training die ersten 5 Tage nach dem Rennen regenerativer Natur waren, ging es am Wochenende wieder mit Intervallen in allen Disziplinen zur Sache. Zwar nicht allzu lang, um nicht zu viel an Substanz zu verlieren, aber dafür intensiv. Nachdem die ersten intensiven Einheiten sich etwas zäh angefühlt hatten, liefen auch diese immer besser. Vor allem im Schwimmen lief es richtig gut, hier wollte ich nach der desolaten Leistung in Nizza zeigen, dass ich dieses Jahr nochmal einen Schritt nach vorne gemacht habe.

Fuß gestaucht bei Schwimmstartsimulation

Dieses Bild entstand unmittelbar vor dem Missgeschick mit dem Fuß

Aber wie heißt es so schön: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Es war Dienstag morgen und ich fühlte mich richtig gut das Wetter war wieder bombastisch, Um 7 Uhr morgens begann die es zu dämmern und ich lief voller Vorfreude auf den Sonnenaufgang und die Freiwassereinheit zum Strand. Dort traf ich auf eine Yoga Gruppe, welche genau wie ich den fantastischen Sonnenaufgang bestaunte. Dann gings auch schnell in den Neo, auf dem Plan standen wettkampfspezifische Intervalle und Startsimulationen. Das Training begann gut ich fand schnell meinen Rhythmus und hatte gut Dampf im Wasser. Bei der letzten Startsimulation kurz vor Ende des Trainings passierte es dann: ich rannte genau gleich wie davor ins Wasser und blieb im knietiefem Wasser mit dem rechten Fuß irgendwo in einer Unebenheit im Sand hängen, was mich sofort wie einen nassen Sack ins Wasser fallen ließ. Sofort setzten Schmerzen ein. Ich bin aber den Sprint erstmal zu Ende geschwommen und danach noch etwas ausgeschwommen.

Es kommt noch schlimmer

Auf dem Rückweg zur Unterkunft war es auch noch gar nicht so schlimm aber über den Tag schwoll der Fuß immer mehr an. Natürlich wollte ich wegen sowas meinen Start nicht absagen und setzte nochmals alles in Bewegung. Ständiger Kontakt mit dem Physio in Deutschland und zusätzlich über Jorge (portugisiescher Physio), welcher mich vor Ort behandelte. Die Heilung des verletzten Bandes ging gut voran und ich konnte am Donnerstag das erste mal wieder aufs Rad. Die Tage waren in der Zeit geprägt von speziellen Übungen für den Fuß und kühlen, kühlen, kühlen. Zu allem Überfluss erkältete ich mich am Donnerstag auch noch. Ich kam mir etwas vor wie im falschen Film. Aber erstmal keine Panik, das kriegt man noch irgendwie hin. Also hieß es die nächsten Tage Ingwer und Tee ohne Ende. Vielen Dank an dieser Stelle an Petra und Harry welche mich mit Homöopathischen Medikamenten versorgten.

Formcheck am Samstag

Training Aussenrotatoren Schulter/Stabilisation in der Unterkunft

Samstag fühlte ich mich dann auch wieder relativ gut und der Physio gab auch das OK, dass ich wieder laufen kann. Zwar unter Schmerzen aber ohne größeres Risiko, etwas kaputt zu machen. Nach einer 30minütigen Vorbelastung auf dem Rad ging es in die Laufschuhe. Die ersten Schritte hatte ich ein ganz komisches Gefühl über den ganzen Rücken was sich aber nach kurzer Zeit verabschiedete. Auftreten ging überasschenderweise auch ganz gut. Es tat zwar weh aber es ging. Auch die kurzen Intervalle dazwischen waren zufriedenstellend. Dann wurde es kurios: Nach 3,5 Kilometern traf ich für mich die Entscheidung, dass ich es am Sonntag probieren werde.Keine 10 Sekunden später bekam ich solche starken Schmerzen in der linken Hüfte, die das ganze linke Bein runter zogen, dass ich sofort aufhören musste. Also ging ich bis zur Unterkunft zurück und genehmigte mir erst mal ein ordentliches Frühstück, eine warme Dusche und Mobilisation. Danach ging es auch wieder, also Entscheidung vertagt und erstmal alles eingecheckt.

Schwierige Entscheidung am Renntag

Am nächsten morgen 4 Uhr klingelte dann der Wecker. Trotz der Vorgeschichte war ich hochmotiviert und freute mich auf das Rennen. Ich zog meine Vorstartrituale wie üblich durch, richtete die Wechselzone ein und ging zum Schwimmstart. Bereits auf dem Weg zum Schwimmstart fuhr es mir wieder in die Hüfte und ich konnte kaum mehr auf mein Bein stehen. Also mobilisierte ich nochmal und probierte es erneut. Und es ging! Aber keine 5 Minuten später fingen die Schmerzen wieder an, weswegen ich dann entschloss, dass das alles keinen Sinn macht und ein Start unter diesen Umständen nicht möglich ist.

Schweren Herzens verfolgte ich das Rennen von außen, was auch noch genau den Rennverlauf hatte, welchen ich mir als Wunschszenario zurecht gelegt hatte. Aber naja ich lebe noch kann alles bewegen von daher alles halb so schlimm. Cascais werde ich trotzdem in positiver Erinnerung behalten, wirklich eine traumhafte Stadt und Kulisse ringsherum. Bis nächstes Jahr Cascais, diese Rechnung wird noch beglichen!

Jetzt heißt es erstmal Offseson, Saison analysieren, Probleme beheben und Schwachstellen herausfinden bevor die Vorbereitungen für 2019 wieder los gehen.

Ich hab auf jeden Fall schon wieder Bock nächstes Jahr wieder anzugreifen.
In diesem Sinne nevergiveup and always stay positive.

Euer Dominik