Hier mein Rennbericht zu meinem ersten Rennen für das Racextract Racing Team 2018 in Herrenberg, Schönbuch MTB Trophy 2018.
Auf meiner Anfahrt zum Rennen schien das Wetter zunächst nicht so eindeutig zu sein, so daß ich mit Regen rechnete.
Die Organisation und Verpflegung bei dieser Veranstaltung war sehr gut. Die Streckenbesprechung war ausführlich und reichte mir aus, um mir ein grobes Bild zu machen, was mich erwartete.

Sonnenschein zum Start

Meine Teamkollegen und ich wurden dennoch kurz vor dem Start mit Sonnenstrahlen verwöhnt!
Meine Aufregung hielt sich in Grenzen und ich fuhr aus dem 2. Startblock los. Ich war vorsichtig, denn im 1. Startblock war kurz nach Beginn schon ein Unfall passiert.
Ich kannte die Strecke nur aus der Besprechung, hoffte auf einen guten Rennverlauf und passende Möglichkeiten überholen zu können. (Diese hielten sich in Grenzen, da mir dort mein Trainingsdefizit bewusst wurde).
Die erste Runde nutze ich zum Kennenlernen der Anstiege, Hindernisse und den Verlauf, wie sich meine sportliche Situation entwickelte. Meine Erfahrungen aus früheren Trainings hatte mir gezeigt, dass ich öfters zu schnell angefangen hatte und mich verausgabte. Dies sollte mir heute nicht passieren.

Keine Pannen beim Rennen

Mein Racextract Sparrow 3 lief super und ich hatte keinerlei technische Probleme, da das Bike auch immer vom Teamchef, Jörg Scheiderbauer, gewartet wurde.
Ich war für kleinere Reifenpannen gewappnet, brauchte aber nichts diesbezüglich.
Die erste Runde war dann vorbei und ich ging dann auf die 2. 24 km um die 900 Höhenmeter zu erklimmen.
Nun konnte ich meine Kraft genau einteilen, um das Rennen dann unfallfrei mit einer Zeit in 2:38:46 zu beenden.
Meine 3 Ziele unter 3 Stunden zu bleiben, keine Unfälle zu verursachen und nicht letzter zu werden habe ich erreicht!

221. Gesamtplatz
60. in meiner Altersklasse von 85 Startern.

Ein Dank an das Racextract Racing Team!
Meine weiteren sportlichen Aktivitäten in diesem Jahr sind Anfang August in Ischgl beim MTB Rennen dabei zu sein, sowie am 2. Septemberwochenende ein Rennen zu bestreiten.

Nach Rücksprache mit meinem Trainer Jörg Scheiderbauer habe ich mich kurzfristig entschlossen den Remchinger Crosstriathlon als Testwettkampf für den Xterra Italien zu nutzen. Nach einer intensiven Trainingswoche wollte ich die 10. Auflage des Remchinger X-Triathlon bestreiten, um meine Form zu testen, mit der ich zuletzt etwas haderte. Leider hat mich pünktlich zum Saisonstart ein Infekt erwischt und ich konnte meine Trainingswerte bisher nicht im Wettkampf abrufen.

kürzere Strecke als beim XTERRA

Die Strecke des Remchinger Crosstriathlon ist zwar mit 500 m Schwimmen, 18 km Rad fahren und 5 km Laufen kein Vergleich zu einem Xterra Rennen, dennoch hatte es die Radstrecke mit knapp 400 Höhenmeter in sich, da es durch das ständige bergauf und bergab schwer ist, einen Rhythmus zu finden. Das Schwimmen fand im beheizten Freibad statt und der Start erfolgte als Jagdstart, wo alle 30 Sekunden ein Athlet startete. Da ich mich nachgemeldet hatte, war ich einer der letzten Athleten die auf den Kurs geschickt wurden. Nach kurzem Einschwimmen ging es auch schon los. Ich wollte die 500 m gleichmäßig durchschwimmen und auf keinen Fall überziehen. Das gelang mir auch recht gut und so stieg ich nach 6 min aus dem Wasser und konnte sofort auf dem Weg in die Wechselzone Tempo aufnehmen.

Reibungsloser Wechsel

Auch der erste Wechsel lief reibungslos und ich konnte mit einem guten Gefühl aufs Rad steigen. Auch dort fand ich sofort meinen Rhythmus und gab von Anfang an Gas. Da man bei einem Jagdstart nicht weiß wo man liegt ist es wichtig das Tempo stetig hochzuhalten, aber auf keinen Fall zu überziehen. Mit einem super Gefühl fuhr ich gleichmäßig Runde für Runde. Auch wenn die Überholmanöver in den schmalen Trails teilweise schwierig waren, haben sich die meisten Athleten vorbildlich verhalten und für die schnelleren Athleten Platz gemacht.

Missgeschick am Ende des Radfahrens

Nach der 4. Runde ging es dann zurück zur Wechselzone. Leider ist mir dann durch eigenes Verschulden ein Fehler passiert. Ich wollte meinen Garmin stoppen, um genug Zeit zu haben die Schuhe auf dem Rad auszuziehen. Da ich die Radstrecke vorher nicht abgefahren bin und etwas zu schnell war bei der Abbiegung zur Wechselzone, ist mir dann das Vorderrad weggerutscht und ich kam zu Fall. Neben ein paar Schürfwunden hat es leider meinen Lenker verdreht und die Kette hatte sich im Schaltwerk verhakt. Da ich die Kette nicht mehr auseinander bekam entschloss ich mich den letzten Kilometer zur Wechselzone mit dem Rad zu Rennen.

Laufen

Danach wechselte ich die Laufschuhe und fand leider schwer in meinen Rhythmus beim Laufen, da ich davor mit dem Rad so schnell rannte wie ich konnte. Trotzdem sagte ich mir das ich das jetzt noch sauber durchziehen möchte trotz meines Fehlers. Nach der Hälfte der Laufstrecke fühlte es sich wieder gut an und ich konnte auf den letzten Kilometern nochmal Fahrt aufnehmen. Nach 1 h 12min überquerte ich die Ziellinie. Auch wenn ich nicht mehr daran glaubte aufs Podest zu kommen, verkündigte dann der Sprecher, dass eine neue Bestzeit ins Ziel gebracht wurde. Das es dann tatsächlich noch zum Sieg mit Streckenrekord gereicht hat, hätte ich nie gedacht. Daher nehme ich aus dem Wettkampf ein positives Fazit mit. Ich konnte meine Trainingsleistungen im Wettkampf abrufen und versuche zukünftig die Konzentration den kompletten Wettkampf hochzuhalten, um solche Fehler wie am Ende des Radfahrens zu vermeiden. Ein großes Lob an die Helfer des Remchinger Crossriathlon, die ein schön und gut organisiertes Event auf die Beine gestellt haben. Gerne werde ich meinen gewonnen Freistart nächstes Jahr einlösen.

Schon bei der Saisonplanung mit Hannes Wolpert war klar: Der Xterra auf Malta sollte der Start ins Triathlonjahr 2018 bedeuten. Meine Rückkehr aus den USA war geglückt und unsere Form stimmte uns sehr zuversichtlich, dass der Einstieg rund laufen wird. Dann 2 Wochen vor dem Wettkampf das Worst-Case Szenario. Ein Margen-Darm-Infekt und die Leistungsfähigkeit gefühlt im Keller. Doch Ruhe bewahren, dachte ich mir, wollte einfach das Beste daraus machen und ohne große Erwartungen antreten.

Anspruchsvolle Lauf- und Radstrecke

Nach der ersten Nacht auf Malta, inklusive vieler Schnakenstiche und frühmorgentlicher Verursacherjagd um 5, die uns den nächsten Morgen anfühlen ließ als hätten wir die Nacht nicht im Bett, sondern auf der Piste verbracht, ging es ans Strecke besichtigen. Die Rad- und Laufstrecke waren anspruchsvoll und machten viel Spaß. Das glasklare, hellblaue Meer war perfekt für die erste Disziplin, das Schwimmen. Langsam beschlich mich das Gefühl, dass ich mich so schlecht gar nicht fühle und die Vorfreude auf das Rennen wuchs.

Der Wettkampf

Dann der Wettkampftag, der Sturm des vorherigen Tages war verflogen und die Bedingungen schienen perfekt. Beim Aufwärmen merkte ich, dass ich nun doch nervöser war als ich eigentlich sein wollte, hatte ich den letzten Triathlon ja über ein halbes Jahr zuvor in Beaver Creek, Colorado, bestritten.
Dann der Start und direkt hinein ins Getümmel. Die erste der beiden Schwimmrunden wollte ich erstmal in mich hinein fühlen wie sich der Körper erholt hatte. Und ich bekam die Rückmeldung: „Gib Gas, ich bin bereit“. Also hinein in die 2. Runde und ich konnte den Anschluss zur Spitze wiederherstellen, sodass ich als 4. aus dem Wasser kam. Um ehrlich zu sein war ich ein wenig überrascht, dass das Schwimmen so gut lief, hatte ich diese Disziplin in den USA ja etwas vernachlässigt.

An 4. Stelle auf die Radstrecke

Hilft ja alles nix, ab aufs Rad. Schon bevor ich rauf sprang verlor ich die Radbrille. Brauche ich eh nicht, dachte ich und zog meine Handschuhe an, schaltete das Garmin an, drehte die Schuhe zu und legte mich in der ersten Kurve erstmal schön ab. Sturz, Lenker krumm, Bremshebel auf halb 9 und zurück in den Sattel. Ganz neue Erfahrung dachte ich mir und entschied mich den Lenker bei der nächsten günstigen Gelegenheit gerade zu drehen. In der ersten Abfahrt bemerkte ich dann ein untypisches Kettengeräusch und das diese außerhalb der Rädchen des Schaltwerks lief. Nachdem dies gerichtet war also Konzentration auf mich und die anderen ihr Rennen fahren lassen. Die drei Konkurrenten, die an mir vorbei fuhren beeindruckten mich wenig und ich wechselte auf Platz 8 liegend zum Laufen. Dort fragte ich meinen Vater, der am Streckenrand stand nach Hannes, der mich überraschender Weise beim Radeln nicht eingeholt hatte – keine Auskunft. Ich wusste da stimmt etwas nicht, zog aber meinen Lauf weiter durch. Bergauf bergab, tatsächlich über Stock und Stein im Ziel angelangt erfuhr ich ein Mitstreiter vor mir hatte aufgegeben sodass ich auf Platz 7 landete, was meine Erwartungen voll erfüllte. Hannes erwischte leider keinen guten Tag, fühlte sich im Rennen schlecht und beendete das Rennen trotzdem auf Platz 14. Ein Infekt hatte ihn wohl geschwächt.
Nun geht der Blick zu einigen Strassentriathlons, bevor es Ende Mai zum Gardasee geht für den nächsten Xterra.
Bis dahin,
Euer Veit

Da ich die letzten 2 Jahre im Winter auf ein Trainingslager verzichtet habe, wollte ich mich für die kommende Saison spezifischer vorbereiten und entschloss mich deshalb ein 2 wöchiges Trainingslager auf Lanzarote zu absolvieren. Zufällig entdeckte ich, dass zu diesem Zeitpunkt das jährliche UCI 4 Stage MTB Race auf Lanzarote stattfindet. Nach Absprache mit meinem Trainer Jörg entschieden wir eine Radlizenz zu lösen und das international stark besetzte Rennen als Training zu nutzen. Der Plan war somit klar. Die erste Woche wurden einige Grundlagenkilometer gemacht (ca. 20km Schwimmen 350km Rad und 80km Laufen) und in der zweiten Woche hieß es Feuer frei für vier sehr intensive Etappen auf dem MTB. In den knapp 4 Monaten die ich bei Jörg trainiere haben wir viel Wert auf den Grundlagen und Kraftausdauer Bereich auf dem Rad gelegt. Dadurch habe ich meinen wöchentlichen Radkilometerschnitt fast verdoppelt und wollte somit beim Etappenrennen schauen ob sich das gezielte Training ausgezahlt hat.

1. Etappe 42km ca. 600hm

Nachdem ich am Vorabend die Startunterlagen geholt habe ging es schon am Samstag Vormittag los. Ich muss zugeben etwas nervös war ich vor dem Start schon, als die Lizenzfahrer einzeln aufgerufen wurden. Ich ging mit Startnummer 58 ins Rennen. Da es mein erstes MTB Rennen als Lizenzfahrer war, wusste ich noch nicht so richtig was mich erwartet nachdem der Startschuss fiel. Es wurde brutal hart angefahren und die Spitze verlor ich schon nach dem ersten Kilometer aus der Sichtweite. Leider fühlten sich die Beine noch etwas träge an und mir fiel es nicht leicht das Hinterrad meiner Mitstreiter zu halten. Trotzdem versuchte ich um jeden Platz zu kämpfen bevor es in die Trails ging. Dabei waren teilweise Wattwerte zwischen 400-500 Watt normal. Ich fragte mich nur was treten die Jungs die vorne fahren 😉 Da es an diesem Tag sehr windig war sprengte es das Fahrerfeld sehr schnell und es entstanden mehrere kleine Gruppen. An diesem Tag musste ich vom ersten bis zum letzten Kilometer kämpfen. Nach einer Fahrtzeit von 1.48h erreichte ich auf Platz 58 erschöpft das Ziel. Mit einer NP von 299 Watt erreichten mich gleich sehr kritische Blicke meines Coach wo ich gleich wusste das ist nicht mein Potenzial. Ich kann mich noch gut an den ersten Satz von ihm erinnern: „Das war zu wenig!“ Vielleicht steckte mir doch noch das Training von den Vortagen in den Knochen. Aber Ausreden wollte ich keine suchen und es einfach am nächsten Tag besser machen.

2. Etappe 60km ca. 900hm

Nach kurzem warm fahren fiel an diesem Tag schon um 9 Uhr der Startschuss. Mir war klar es werden wieder richtig harte Kilometer die am Anfang gefahren werden. Zum Glück kam ich diesmal besser ins Rennen und auch die Beine fühlten sich gut an. Nach knapp 15km musste ich nochmal genau auf mein Garmin schauen da es eine NP von 350 Watt anzeigte. Ich befand mich kurz hinter der zweiten großen Gruppe nur um einmal einzuordnen wie hart bei diesen Rennen angefahren wird.

Da tat ich mir als Triathlet wirklich schwer, da mir das gleichmäßige Fahren mehr entgegen kommt als die ständigen Rythmuswechsel. Aber ich wollte unbedingt in die zweite Gruppe und kämpfte mit einem isländischen Mitstreiter um den Anschluss. Leider erwischte er in einem Trail einen großen Stein mit dem Hinterrad der mir ins Rad rollte und mich zu Fall brachte. Nachdem ich den Lenker wieder gerade gebogen hatte sprang ich mit ein paar Schürfwunden wieder aufs Bike und versuchte Anschluss zu finden. Leider war es durch den Sturz aussichtslos auf die große Gruppe wieder aufzufahren.Trotzdem hatte ich viel bessere Beine als am Vortag und konnte einige Plätze gut machen. In Richtung Platz 30 erreichte ich nach 2h 20min zufrieden das Ziel. Auch der Coach schenkte mir einen Schulterklopfer und war an diesem Tag zufrieden. Die NP war an diesem Tag mit 327 Watt auch deutlich höher.

3. Etappe Bergeinzelzeitfahren 21km ca. 800hm

Motiviert vom Vortag ging ich in mein erstes Zeitfahren meines Lebens. Dank ein paar kostbaren Tipps meines Coaches, der mir mehrmals versicherte es wird von Anfang bis Ende Anschlag gefahren und ich soll dabei meine Ruhe bewahren, ging es um 12.05 Uhr für mich los. Die Marschroute hieß eine Stunde Vollgas bei 360 bis 370 Watt. Schnell überholte ich ein paar Fahrer die vor mir lagen und bis ca. der Hälfte der Strecke konnte ich die Vorgaben meines Trainers einhalten. Dann ging es bei starkem Wind in einen technischen Trail wo ein langes Flachstück danach folgte. Leider brachte mich das etwas aus dem Rhythmus und die letzten 5km des Anstiegs bei Gegenwind wurden zu einem echten Härtetest. Auf den letzten Metern feuerten mich nochmals die Freunde und Trainingskollegen Dominik und Harry an. Mit einer Zeit von 59 Minuten erreichte ich als letzter Fahrer unter der 1h-Marke das Ziel. Das Gesicht nach einem Bergrennen erinnert wohl mehr an Tollwut 🙂 Leider konnte ich die vorgegeben Wattwerte nicht ganz halten aber mit einer NP von knapp 350 Watt und einem Durchschnittswert von knapp 340 Watt konnte ich trotzdem gut Leben. Auch in der Gesamtwertung konnte ich ein paar Plätze gut machen.

4. Etappe 85km ca. 1700hm

Und schon stand die letzte der vier Etappen auf dem Plan. Mit 85km wartete zum Schluss noch einmal die Königsetappe auf die Fahrer. Pünktlich um 9Uhr fiel wieder der Startschuss. Nach kurzem motivieren sich noch einmal mit müden Beinen zu quälen, hatte ich aufeinmal richtig gefallen dran gefunden noch einmal alles aus dem Körper raus zu holen. Ich erwischte auch meinen besten Start und mir fehlten sogar nur ein paar Meter zum Anschluss in die Spitzengruppe. Im Nachhinein bin ich wahrscheinlich etwas zu motiviert das Rennen angegangen da ich auf den ersten 15-20km die Gruppe anführte. Das wurde mir am letzten Anstieg vor einem 20km Flachstück zum Verhängnis. Auf einmal attackierten alle und ich konnte die Gruppe nicht mehr halten obwohl ich voll in den roten Bereich ging. Als Strafe für mein zu übermotiviertes Anfahren musste ich dann das lange Flachstück bei Gegenwind alleine ohne Gruppe fahren. Das kostete natürlich wichtige Körner. Nach ca. km 40kam ich dann zum längsten Anstieg des Tages der sich bis km 50 zog. Dort fuhren dann ein paar Verfolger auf mich auf, wo ich mich dann erstmal in der Gruppe zurückhielt. An diesem Tag verbrauchte ich 9 Gels unseres Sponsors UltraSports, die mich aber zu keinem Einbruch zwangen. Am höchsten Punkt des Tages angekommen verlor ich leider in einer technischen Abfahrt auch den Anschluss dieser Gruppe. Aber ich sagte mir das ist gutes Training und versuchte nochmal auf dem Weg ins Ziel alles aus mir rauszuholen. Am Ende des Tages kam ich als 42 ins Ziel und beendete als 33 Elitefahrer die Rundfahrt. Damit konnte auch mein Trainer gut Leben bei einem Feld von vielen internationalen Weltcupfahrern. Vor allem die Wattwerte auf den 3h 39min waren sehenswert!

Fazit

Die Landschaft in Lanzarote ist doch nicht so Öde wie ich sie vorher wahrgenommenen haben. Ich habe viele schöne Streckenabschnitte erlebt mit atemberaubender Aussicht. Außerdem habe ich super Erfahrung mit den Reifen von Maxxis gemacht, bei denen ich trotz spitzen Lavasteinen keinen Defekt hatte. Das ist für mich nach dem vielen Pech von letzter Saison sehr wichtig und es wird nicht mein letztes Lizenzrennen auf dem MTB bleiben 😉

Die aufstrebende Fahrradschmiede, betrieben von Jörg Scheiderbauer und Alexandra Rittner, nutzt die technischen Möglichkeiten des Fahrrades auf hohem Niveau: Ob für den Profisport, für den Pendler oder den ambitionierten Freizeitradler – für alle sucht und baut Jörg Scheiderbauer, selbst Profi im Gelände auf Weltspitzenniveau und im Triathlon, individuelle Lösungen und passt sie dem Nutzer an.
‚Grundstoff‘ seiner Modelle sind eigene MTB-, Touren- und Rennsportrahmen, die exklusiv für Racextract gefertigt werden. Darum gruppiert er alles Weitere nach den Bedürfnissen seiner Kunden.

Tagesradius von 60km

Wie komme ich aus dem weit entfernten Mönchengladbach an eine solche Fahrradwerkstatt? Ich bin ganzjährig bei jedem Wetter unterwegs – vom Flachland bis ins Hochgebirge – in der Stadt und über Land. Offroad ist meine Sache aufgrund früher erlittener Unfallfolgen mit Bewegungseinschränkungen nicht. Doch das Rad ist mir seit langen Jahren beliebtes Verkehrs- und Trainingsmittel. Wo andere das Auto nehmen, bin ich mit dem Rad unterwegs. Damit habe ich von Mönchengladbach aus einen Tagesradius von 60 km bis Köln, Aachen, Düsseldorf, Duisburg hin und zurück. Mit Bahnhilfe ist mir die doppelte Strecke an einem Tag möglich.

Mehr als 100.000 Radkilometer

Was kann man einem solchen 66-jährigen Fahrrad-Vielfahrer mit über 100.000 km Erfahrung noch für seine Bedürfnisse Passendes bieten? Ich war auf der Suche nach einem elektrischen Zusatzantrieb in einem Rad, das ich trotz fortschreitenden Alters noch über Bahnhofstreppen tragen können will. Doch ein voll straßen- und hochgebirgstaugliches Pedelec wiegt in der Regel ohne Gepäck bereits 25 kg und mehr – mir leider deutlich zuviel.
Auf Internetrecherche wurde ich erst in Offenburg fündig: Der Offroad- und Langstreckensportler Jörg Scheiderbauer bietet sich dort auch fahrradtechnisch als Top-Adresse an.
Mein persönlicher Wunsch war im Sommer 2017 ein Multifunktionsrad – eine Art von Eier legender Wollmilchsau – ganzjährig voll alltagstauglich, straßenverkehrsordnungs-konform, aber mit nur bis zu 16 kg Eigengewicht bei einem zulässigen Systemgewicht von 130 kg. Außerdem sollte es hochgebirgstauglich sein und dabei überwiegend ohne Elektroantrieb genutzt werden. Für Strecken mit starkem Gegenwind und langen Aufstiegen sollte zusätzlich ein unterstützender Motor hinzu kommen – auch wenn Termine an weiter entfernten Orten gut kalkulierbar erreicht werden müssen. Ebenso Gepäck will ich in begrenztem Umfang für Einkäufe oder Touren mitnehmen können.

Hohe Ansprüche und viele Gespräche

Hohe Ansprüche sind das! Viel Nachdenken, diskutieren und Kompromisse schließen zwischen Wünschen und technischen Möglichkeiten – das war hier gefragt. Viele vorbereitende, geduldige, fachkundige Gespräche sowie drei Reisen nach Offenburg zur Vorbereitung, Übergabe und Nachjustierung – auch einige fernmündliche Tutorials ermöglichten schließlich mein Traumrad, das ich hier vorstelle.

mein Racextract-MTB mit Vivax-Zusatzantrieb am 24. 11. 2017 – hier noch mit B&M-Akkulicht vorne

Optisch ist das MTB wie aus einem Guss: Vorwiegend in Schwarz mit Rot und Weiß präsentiert es sich muskulös, stabil und dennoch flott. Für den Einkauf kann ich Gepäcktaschen anhängen. Dann nähert sich das Rad seinem maximalen Systemgewicht. Die hochwertigen DT-Swiss- (Federgabel, Laufräder) und Shimano XT-Komponenten (Schaltung 22 Gänge, Scheibenbremsen) sowie die schlauchlose Conti-Bereifung in der Protection-Ausführung mit Dichtmilch sorgen neben der Top-Akkubeleuchtung (Lupine SL A4, B&M Topline), zwei hellen Klingeln und einem winzigen Rückspiegel (Zefal Topspin) für reichlich aktive wie auch passive Sicherheit. Topeak DeFender-Schutzbleche bzw. Xtreme SPR II Sattelstützgepäckträger komplettieren die Grundausstattung. Hinzu kommt der Vivax-Antrieb 4,75 mit 9 Ah-Akkupack.

Erfahrungsbericht

Zu den Details und meinen Erfahrungen im Betrieb von September bis Dezember 2017:

  1. Zwei Räder in einem: Dieses Racextract-Rad ist eigentlich nicht nur eines, sondern tatsächlich gleich zwei. Die eine Version kommt ohne E-Antrieb aus und wiegt – voll ganzjahres-tauglich und StVZO-konform ohne Gepäckträger unter 14 kg – mit Schutzblechen, Pedalen, wirklich hellem Akkulicht vorne und hinten sowie Klingeln, Rückspiegeln und Tacho. Für den Großstadtverkehr und Fahrten im niederrheinischen Flachland genügt das voll und ganz. Trotz eingebautem, aber inaktivem Motor fährt sich das MTB absolut leichtgängig und flüssig wie ein hochwertiges nicht motorisiertes Fahrrad. Es lädt zu flottem Fahren geradezu ein. Die Übersetzung ist so gewählt, dass auch Hochgebirgstouren ohne elektrischen Zusatzantrieb möglich sind, was in der Pedelec-Szene eher unüblich ist.
  2. Fast unsichtbarer Elektroantrieb: Für gewöhnlich hat jedes Pedelec neben dem hohen Gewicht zwei weitere Nachteile. Man sieht in der Regel Motor und Akku. Außerdem tritt man ohne Nutzung des E-Antriebes den Motor immer mit, was einen deutlich spürbaren, unkomfortablen Zusatzwiderstand mit sich bringt. Hier punktet der Vivax-Antrieb durch sein geringes Gewicht, durch seinen unsichtbaren Einbau im Rahmenrohr oberhalb des Tretlagers, durch die im Sitzrohr verborgene Steuerelektronik, durch den unsichtbaren Akku in einer Satteltasche und nicht zuletzt dadurch, dass der Motor außerhalb des Elektro-Betriebes keinerlei Widerstand mit sich bringt. Das Rad fährt sich dann so leicht wie ein anderes nicht motorisiertes auch. So fühlt man sich nicht durch die Technik behindert und kann frei unter zwei Betriebsmodi wählen, die wirklich beide Spaß beim Fahren machen.
  3. Gepäcktransport: Will ich auf anspruchsvolle Touren gehen, dann montiere ich werkzeuglos den Sattelstützen-Gepäckträger sowie den Akku in einer Satteltasche und fertig ist ein MTB-Pedelec der Extraklasse mit nur 16 kg Gesamtgewicht, das auch meinem Alter und den nachlassenden Kräften Rechnung trägt. Bis 130 kg Systemgewicht ist dieser Renner mit schlauchlosen 2,2-Zoll-Stollenreifen zugelassen. Für mich ist das wichtig, denn ich bin gerne auf einsamen norwegischen Gebirgspisten unterwegs. Da muss ich mich auf die Zuverlässigkeit und Stabilität der Technik schon verlassen können.
    Was ist mit Gepäck unterwegs? Ich hätte mir gerne eine steifere Gepäckträgerlösung gewünscht, doch hier gerät das Leichtkonzept an seine Grenzen. Fahre ich flott über hoppelige Pisten, dann spüre ich Lasten von über 5 kg deutlich schwingen. Für den Großeinkauf ist das Rad daher nicht optimal, aber zur Not trägt er seine zugelassenen 10 kg oder auch ein bisschen mehr ruhig, solange ich sanft genug radele.
  4. Alltag und Tour: Seit genau drei Monaten bin ich mit diesem Rad unterwegs und habe damit bisher knapp 2.000 km zurückgelegt – bis heute auch schon im Schnee. Dass darauf Stollenreifen besser zupacken als glatte Pneus, versteht sich von selbst. Doch wie schlägt sich das Leichgewicht ansonsten – im Alltag und auf Tour?
    Mit Touren bin ich im teilweise stürmischen September an der Nordseeküste gestartet. Das Rad ermöglichte mir bis zu 140 Kilometer an einem Tag, ohne mich danach kaputt zu fühlen. Ostfriesland ließ sich also an einem Tag durchqueren, wobei hier das Fahren zunächst im Vordergrund stand. Meine Vorbehalte gegen einen harten, schmalen Sattel verflogen schnell. Er passte von Beginn an ohne Druckstellen nach langen Touren zu mir. Die 29-Zoll-Räder liefen leicht und ermöglichten mir auch ohne Motor bereits im Schnitt 20-22 km/h im Dauerdurchschnitt auf Tour. Wehte der Nordseewind stärker ins Gesicht, dann schlug die Stunde des Vivax-Motors, der mich von 10-15 km/h auf 15-20 Stundenkilometer beschleunigte. Nur der Wind um die Ohren erinnerte mich noch an die wetterbedingte Gegenkraft, die dann teilweise wie ausgeschaltet schien. Ein weiteres Beispiel: Ich besuchte in Aachen eine Ganztags-Fortbildung und legte die notwendigen 120 km mit etlichen Höhenmetern nur teilweise mit Motorunterstützung zurück. Pro Strecke waren ca. zweieinhalb Stunden nötig. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich abgeschlagen – konnte ich doch die eigenen Kräfte wunderbar dosieren. Mit dem Zug wäre ich pro Strecke mit dem Faltrad jeweils eine und mit dem Auto über die Autobahn eineinhalb Stunden kürzer unterwegs gewesen. Doch eine Tour bei sonnigem Oktoberwetter zog ich klar vor.
  5. Nachtfahrten mit dem MTB sind eine Freude, weil mit dem neu montierten Frontscheinwerfer Lupine SL A4 bereits 8 von möglichen 16 Watt für einen PKW-ähnlichen Lichtkegel auf der Fahrbahn sorgen – reichlich Licht auch für unbefestigte, unbeleuchtete Strecken. Der Akku hält das 3 Stunden lang durch; bei Helligkeit liefert er für über 30 Stunden ein unübersehbares Tagfahrlicht.
  6. Sicherheit: Ich verzichte nicht auf Rückspiegel und Klingel; ein winziger Lenkerendspiegel und zwei helle Klingeln sorgen für Übersicht nach hinten und bei Bedarf für eine freundliche Bitte nach vorne, dem Radler die Bahn offen zu halten. Sicherheit bieten aber vor allem der steife Rahmen, die stabilen Laufräder, die dosierbare Federgabel, die wuchtigen Reifen und nicht zuletzt die zupackende Shimano XT Scheibenbremsanlage.

    als Leichtrad ohne Gepäckträger und ohne montierten Akku: voll straßen- und allwettertauglich unter 14 kg

  7. Leistungssteigerung: Die Schaltung ist so gut dimensioniert, dass auch ohne Motor 10% Steigung auf Dauer bewältigt werden. Wozu dann überhaupt ein Pedelec? Ich weiß es zu schätzen, wenn ich längere Strecken fast minutengenau kalkulieren kann – egal was Steigungen und Wind gerade mit sich bringen. Außerdem habe ich Reserven, wenn ich auf einer Hochgebirgstour an meine eigenen Grenzen gerate. Das beruhigt, weil ich dabei bisher um die 100 km als Obergrenze hatte. Statt mit etwa 14 km/h kann ich dann um die 17 Stundenkilometer für die Strecken planen – es gibt also mehr Zeit für Pausen, weitere Streckenmöglichkeiten oder auch Not-Power, um unangenehmen Wetterkapriolen weniger ausgesetzt zu sein, soweit ein Ausweichen möglich ist.Der Motor kann den Radler für gut 90 Minuten mit voller Leistung unterstützen. Seine Leistung wird erst während der Fahrt zugeschaltet und setzt nicht ruckartig ein. Ein dezentes Sirren begleitet den Elektrobetrieb, der die Kraft eines Freizeitnutzers bei Bedarf locker verdoppelt. Das Ausschalten erfolgt entweder über den Taster am Lenker oder durch Gegendruck auf die Pedale. An Letzteres muss man sich etwas gewöhnen, denn der Vortrieb des Motors hält eine Sekunde lang bis zum Abschalten an. Sowohl der Hersteller als auch ich raten darum dazu, den Motor bei unübersichtlichen Verkehrssituationen frühzeitig am Lenkertaster zu stoppen. Dieser Nachteil wird jedoch durch das unschlagbare Gewicht des Vivax mehr als wettgemacht: nur knapp 2,5 kg gegenüber 5-7 kg bei üblichen Pedelecs.
  8. Pannenschutz: Ich hatte zunächst Vorbehalte gegen eine schlauchlose Bereifung mit Dichtmilch. Doch ich blieb auch unter reifengefährdenden Großstadt- und Bundesstraßen bisher pannenlos. Hier wurde offensichtlich nicht am falschen Ende gespart, um das Gewicht zu drücken. Dieses System erweist sich als ausgesprochen zuverlässig.
  9. Wartung: So viel hochwertige und teilweise sehr spezielle Technik bedarf der Pflege und fachkundiger Wartung. Dafür ist das Händlernetz für den Vivax-Antrieb nicht gerade engmaschig aufgestellt. Einmal im Jahr muss das Rad von Mönchengladbach nach Offenburg, um die Technik auf bestem Stand zu halten. Das allerdings war mir von Beginn an bewusst. Ich habe mich wegen der Qualitäten des Rades für diese Lösung entschieden.
  10. Qualität und Preis: Dass soviel Qualität und Leistung bei minimalem Gewicht nicht billig zu haben sein kann, wird jedem klar sein. Während ein gutes Pedelec mit 25 kg Gewicht ab 2.500 € zu Buche schlägt, so ist dieser deutlich vielseitigere, 16 kg leichte Beinahe-Alles-Könner in der von Jörg Scheiderbauer und mir zusammengestellten Variation bei etwas über 6.000 € angesiedelt. Hochwertige Leichtbaumaterialien ohne jede Einbuße bei der Gesamtstabilität und nicht zuletzt der große Beratungsaufwand einschließlich späteren Nachjustierungen rechtfertigen den Mehrpreis ohne jedes Wenn und Aber.Wer es günstiger haben will: Mein Renner als Spitzenmodell von Racextract ohne Zusatzantrieb und alles von mir gewünschtes Zubehör ist hier in Offenburger Handarbeit mit hochwertiger XT-Ausrüstung und einem Gewicht von unter 12 kg für knapp 2.000 € zu haben. Für Gelände und lange Steigungen ebenso ein Renner wie für den Stadtverkehr! Mit einfacherer Ausstattung gibt es auch deutlich darunter viel Fahrrad fürs Geld. Hier finden Sportler wie auch Alltagsfahrer eine Lösung für ihre ganz persönlichen Bedürfnisse.

    das ‚Cockpit‘ des Mountainbikers: viel Platz für Technik und Sicherheit – links unauffällig der Motorschalter

hier mit dem neuen Lupine-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht im Mönchengladbacher Schneematsch-Schmuddelwetter

 

Mit dem brandneuen racextract city Aluhydrox Rahmen ist erstmals ein Pedelec mit Vivax Assist Antrieb als Tiefeneinsteiger-Modell erhältlich. Das ist zum einen praktisch, um bequem Auf- und Absteigen zu können, zum anderen bietet der tiefe Einstieg ein sicheres Gefühl für alle, die ein höheres Oberrohr als störend empfinden. Auch mit einem eingeschränkten Bewegungsradius können Sie problemlos Auf- und Absteigen.

Authentisches Fahrgefühl

Gleichzeitig bleibt das authentische Fahrgefühl wie bei allen unseren E-Bikes mit Vivax Assist Antrieb erhalten. Aufgrund des geringen Systemgewichts des Antriebs von nur knapp über 2 Kilogramm bleibt das Gewicht des mit vivax ausgerüsteten Bikes so nah am konventionellen Fahrrad, dass oft nur eine sanfte Unterstützung ausreichend ist, um diverse Anstiege zu überwinden. Für alle, die mit dem Fahrrad auch etwas transportieren möchten, haben wir spezielle Radtaschen sowie Körbe von Ergon Topeak, mit denen sich das Bike individuell ergänzen lässt. Sie lassen das E-Bike sportlich toll aussehen und bieten viel Stauraum, um zum Beispiel Einkäufe zu erledigen oder Büroutensilien auf dem Weg zur Arbeit zu transportieren.

Auch lange Touren kein Problem

Für alle, die auch gerne einmal auf den Motor verzichten, ist das Bike optimal. Denn bei ausgeschaltetem Motor fährt es sich wie ein ganz normales Fahrrad, es ist kein Widerstand spürbar. Bei Gegenwind oder Anstiegen kann der Motor problemlos jederzeit aktiviert werden. Die Akku-Reichweite unter Volllast liegt hierbei bei bis zu 80km und eignet sich daher nicht nur für den täglichen Weg zur Arbeit sondern auch für längere Radtouren. Auch ein Einsatz mit Kinderanhänger ist mit diesem Modell problemlos möglich. Wir bieten dieses Modell in drei verschiedenen Rahmengrößen: 44cm; 48cm und 52cm an. Und wer schon immer etwas ganz Besonderes haben wollte: Du kannst die Grundfarbe des Rahmens und die Dekorfarbe aus einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, damit dein Bike auch wirklich einzigartig und genau auf dich abgestimmt ist.

 

Speerwurfweltmeister Johannes Vetter ist neuer Markenbotschafter der Radsportmarke racextract. Vetter holte bei der diesjährigen Leichtathletik Weltmeisterschaft in London als einziger Deutscher eine Goldmedaille. Ab sofort setzt Vetter bei seinem Ausdauertraining auf das speziell vom ehemaligen Mountainbikeprofi Jörg Scheiderbauer für ihn zusammengestellte racextract Alu Hydrox 29Zoll Mountainbike. Die Mountainbikeschmiede racextract ist wie Vetter in Offenburg ansässig und spezialisiert auf individuell gefertigte Fahrräder.

Sitzposition zur Entlastung der oberen Extremitäten

“Bei Johannes habe ich mich für eine aufrechte Sitzposition entschieden, die bei Radsportlern eher untypisch wäre. Hier wird die beim Speerwurf besonders belastete Schulterpartie beim Ausdauertraining  entlastet” erklärt Jörg Scheiderbauer. “zudem habe ich einen eher kleinen Rahmen gewählt, der durch das kürzere Oberrohr zu einer weiteren Entlastung der oberen Extremitäten führt.”

Der Offenburger Vetter möchte das Mountainbike aber nicht nur zum Ausdauertraining nutzen, sondern auch für kurze Strecken als umweltfreundliche Alternative zum Auto.

Erfolgreich und ohne Starallüren

Mit Johannes Vetter setzt racextract bewusst auf eine bekannte Persönlichkeit außerhalb des Radsports, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Vetter genießt in der deutschen Bevölkerung derzeit hohe Sympathiewerte. Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem natürlichen Auftreten ohne Starallüren und seinem Engagement im Hobbysport ist Vetter der optimale Markenbotschafter für racextract. “Wir werden von den meisten Menschen hauptsächlich mit ambitioniertem Radsport in Verbindung gebracht. Racextract spricht aber alle Zielgruppen an, die sich mit Radfahren fit halten möchten. Wir bieten die gesamte Range an Fahrradmodellen an, vom E-Bike über Trekking- und Mountainbikes, bis hin zu unseren High End Carbonmodellen”, begründet Inhaberin Alexandra Rittner die Entscheidung für den Speerwurfweltmeister, “außerdem sind wir stolz darauf, einen lokalen Spitzensportler für unsere Produkte begeistern zu können.”

… und das Sparrow unter dem Hintern! Anfang August fuhr ich mit zwei Kameraden vier Touren in Ligurien und dem Piemont. Bei herrlichstem Wetter verließen wir früh morgens unsere Herberge (ein Kleinod von Agriturismo nahe Limone Pienmonte) und fuhren mit dem Auto durch den Tende-Tunnel nach St.Dalmas du Tende im Roya-Tal. Von dort an kurbelten wir zurück bis zum Tunnelportal und wechselten dann auf die alte Passstraße. In noch engeren Haarnadelkurven als das Stilfserjoch kletterte mein Sparrow behände Richtung Fort Central, ein mächtiges Überbleibsel an Bastion aus dem Ersten Weltkrieg. Im oberen Drittel des Anstiegs gibt es eine Passage, die so verblockt ist, das motorisierte Zweiräder umkehren müssen, aber racextract-Piloten nicht.

Die Rundfahrt führte mitten durch die erwähnte Festung auf die ligurische Grenzkamm-strasse. Zum Glück ist diese montags für KFZ- und Motorradverkehr gesperrt, denn so konnten wir die fantastische Landschaft in Ruhe und staubfrei genießen. Die Schotterpiste war zunächst nicht allzu ruppig, stieg immer wieder an und fiel ab, blieb aber immer zwischen 2000 und 2300 Höhenmetern. Erst die Abfahrt nach La Brigue forderte mir und dem 29-Zoll bereiften Hardtail aus Rammersweier alles ab, denn hier war das Gestein schon ziemlich groß. Schade, denn viele tolle Ausblicke blieben ungesehen, das die Augen zwingend auf dem Track haften mussten. Zurück am Auto gab es ein klares Fazit: Das Tourfinale war nicht so schön zu fahren wie die größere Teil der Tour und: Bekleidung und Fahrrad aus dem Hause racextract haben erneut voll überzeugt!

Für die zweite Tour ging es per Auto nordwärts ins Piemont, genauer gesagt nach Marmora. Die Val Maira-Valle Stura-Runde stand auf dem Programm. Flugs ging es auf Asphalt hinauf zum Colle d‘ Esischie …

… weiter zum Colle die Morti mit einem Denkmal des Tour-Helden Marco Pantani.

Nach ein paar Kurven trug mich mein Sparrow durch eine mondlandschaftsartige Bergwelt. Anfänglich auf feinstem weißen Schotter im sanften Auf und Ab pedalierend, präsentierte sich die Gardetta-Hochebene einsam und wild. Die „Rocca del Meja“, Königin der Cuneo-Dolomiten verwöhnte mit tollen Panorama-Ausblicken kilometerweit entlang derKammstraße, wobei der Begriff Straße hier eine andere Bedeutung hat.

Unterhalb des Rifugio del Gardetta biegt der Weg ab ins Tal, das wir in rasanter Geschwindigkeit erreichten. Gut, wenn das Bike mit ausgesuchten Komponenten vom Hersteller bestückt wird! Bremsen, Reifen, Federgabel arbeiteten tadellos.

Tag drei der Italienreise führte uns auf die bekannte Assietta-Kammstrasse. Von Usseaux im Chisone-Tal aus (in Deutschland lebende Waldenser haben hier ihre Wurzeln) kletterten wir Richtung Fenestrelle-Pass auf Asphalt und bogen dann auf die ehemals militärische Schotter-Piste der Strada dell‘ Assietta ein. Auf 30 km führt sie auf einem Höhenzug immer über 2000 Metern zwischen Chisone- und Susatal.

Wie auch auf der ligurischen Grenzkammstraße erwischten wir den Kfz-freien Mittwoch und konnten ungestört eine der landschaftlich großartigsten Touren im alpinen Raum genießen. Immer wieder war ich auch von der Kletterfreudigkeit meines Hardtails entzückt, denn auch hier ging es auf und ab, gelegentlich richtig giftig. Auch am dritten Tag im Sattel hatte ich keine Sitzprobleme, die racextract-Hose ist einfach klasse!

Schlussakkord der tollen Tour war eine rasante Abfahrt nach Sestriere, dem weitbekannten Wintersportort, bevor die Landstraße uns zum Ausgangspunkt zurückführte.

Am vierten Tag erkundeten wir im Chisone-Tal einige kulturelle und kulinarische Spots und sammelt so kreuz und quer noch ein paar Werte für den Tachometer.

Insgesamt hat sich wieder gezeigt, dass der Erwerb des Sparrows ein Volltreffer war. Gegenüber dem hochpreisigen 27,5-Hardtail eines großen deutschen Herstellers meines Kameraden war ein deutliches Plus an Komfort zu verzeichnen. Hochzufrieden legte ich zu-hause Hand an und gönnte dem Rad eine gründliche Pflege.

Freier Startplatz für 2017

Nach dem Altersklassen-Sieg bei der Trans Schwarzwald 2016 und dem damit gewonnen Freistartplatz für 2017 hatte Jörg mein Training 2017 auf dieses Etappenrennen als Saisonhighlight abgestimmt. Durch die verschiedenen Vorbereitungsrennen und Trainings hatte mein Trainer genug Infos über meinen Trainingszustand, um die weitere Vorbereitung gezielt zu gestalten. Mitte Juni reduzierte er die Intensitäten, um mich an meiner Kraftausdauer in allen Bereichen trainieren zu lassen.

Camping am Schluchsee

Am Mittwoch reisten mein Mann Rainer und ich gemütlich an den Schluchsee, um uns dort auf dem tollen Campingplatz für die Renndauer einzurichten. Natürlich wollte ich unbedingt noch die Strecke für den Prolog am Donnerstag abfahren. So ein Rennauftakt gab es bei der Trans Schwarzwald noch nie. Ich hatte mir das ganz anders vorgestellt! Es war wie ein Cross-Country Rennen aufgebaut mit steilen Singletrailrampen – die aber beim Rennen wegen des aufgeweichten Bodens rausgenommen wurden. Aufgrund der Wetterprognosen bat ich Rainer, mir hinten einen X-King Reifen zu montieren – diese Wahl war dann auch goldrichtig!!!! Am Donnerstag herrschte Dauerregen und mit dem Gripreifen hatte ich schon mal im Kopf gewonnen. Der Rundkurs rund um die Rothaus Brauerei machte dann auch voll Spaß – es begann auf einer coolen Startrampe, dann ne kurze breite Schotterstraße und dann ging es auch schon in den Wald und danach durch Grafenhausen inkl. Skulpturenpark – es war ne schnelle, abwechslungsreiche aber auch fordernde Strecke durch die steilen Anstiege. Mein Ziel war es, beim Einzelzeitfahren nicht zu viel Zeit zu verlieren und natürlich war ich mit über 4 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte überglücklich.

2. Etappe Rothaus – Rothaus 66 km – 1450 HM

Früh morgens hatte es nochmals geregnet und zuerst war mir garnicht nach Radeln zumute. Am Start in Rothaus war es dann auch schon wieder trocken – zumindest von oben – und los ging das eigentliche Race. Die ersten 20 km waren eher unspektakulär und führten auch über viel Teer. Das Highlight dieser Etappe war nach ca. 21 km der Ewattingen Flow Trail. Der Beginn war auch trotz des nassen und aufgeweichten Bodens noch einigermaßen zu befahren und machte richtig Fun. Aber das untere Stück war Schmierseife pur! Da war sogar das Laufen und Schieben des Bikes eine Glücksache. Bin da gut durchgerannt und freute mich dann wieder festen Grip unter den R

eifen zu spüren. Nach 42 km dann wieder ein schwere Trail bei Bonndorf und trocken kam ich dann mit 25 Minuten

Vorsprung in Rothaus im Ziel an. Natürlich freute ich mich wieder auf die Siegerehrung und die Vergabe des Leadertrikots. Zurück im Wohnwagen das Übliche: Duschen, Kleidung waschen, Essen, spülen und die Verpflegung für den nächsten Tag richten. Rainer kümmerte sich derweil rührend um mein schlammiges Sparrow – welches mich über das ganze Rennen hinweg ohne Panne begleitete!!!

3. Etappe Feldberg – Feldberg 77 km – 2.340 hm

Am Feldberg empfing uns Nebel und 8 Grad. Igitt….. Und so war dann auch die Etappe. Oh hab ich mich gequält… Trails hoch und runter, steil, schwer, glitschig, steinig, wurzlig und kein Rollen. Die Räder drehten sich gefühlt garnicht…. Das war eine echte Tortur über Bärental, Altglashütten, Lenzkirch, Titisee-Neustadt – da waren wir nur im Wald unterwegs – auch auf der Tälercupstrecke und das hat total viel Körner gekostet. Aber irgendwann ist man nur noch am Treten ohne zu denken und dann vergisst man auch was gerade am meisten wehtut…. Über Falkenau ging es wieder zurück nach Lenzkirch um den 10 km Wiederaufstieg auf den Feldberg auf einer rollenden Waldautobahn fahren zu dürfen! Die Skibrücke mit Skihang kurz vor dem Ziel hatte nochmals richtig reingehauen. Die holprigen Downhilltrails verschonten auch meinen Oberkörper nicht und so stand mir das Laktat unterhalb der Achselhöhlen. Die 41 Min. Zeitgutschrift auf dieser Etappe ließen mich die Strapazen aber schnell vergessen.

4. Etappe Feldberg – Feldberg 55 km – 1.660 hm

Auch die letzte Feldbergumrundung hatte es in sich! Zumindest zu Beginn. Cool war es, die Skibrücke runterzufahren. Danach ging es in einen steinigen, verblockten, rutschigen Trail und danach runter nach Menzenschwand – den wir dann auch später wieder hoch mussten. Auf der Abfahrt konnte ich einen tollen Blick auf den Schluchsee werfen und da wurde mir so richtig bewusst, wie schön unser Schwarzwald doch ist! Die schnelle Abfahrt nach Todtnau führte auch noch über kitzlige Trails bis zum Kurpark. Danach war nur noch Treten über 10 km und knapp 700 Höhenmeter angesagt. Die kurze Abfahrt vom Herzogenhorn mit freiem Blick auf den Feldberg lies schon erste Glückgefühle zu. Der Aufstieg über die Skibrücke mit dröhnender Musik und Geschrei der Fans zauberte mir Gänsehaut auf den Körper….. Ja – so ein Gefühl entschädigt für die vielen Kilometer, Höhenmeter, Trainingsstunden – die alleine und ohne Jubelgeschrei ablaufen. Ich ließ es mir auch nicht nehmen den Skihang hochzufahren – was für mich selbst nochmals eine Bestätigung für meine Leistung war. Mit Tränen des Glücks in den Augen empfing mich mein Mann Rainer, meine Schwester und mein Schwager und sogar meine Freundin Eva aus Kirchzarten war angereist. Und wieder Gänsehaut….

Ganz besonders herzlich möchte ich mich bei allen meinen „Fans“ bedanken ,die mich immer wieder per Whatsapp zu den Tagesleistungen beglückwünscht haben! Ihr seid meine Helden!!! Ganz zum Schluss wieder ein ultramegacooles Lob an Alex und Jörg, die mich in der Vorbereitung und während des Rennens vielseitig unterstützt haben. Unendlich sage ich auch Danke an Euer Vertrauen in mich.

Heute war es endlich soweit. Der Tag, auf den ich seit gut einem dreiviertel Jahr hintrainiert habe, ist endlich dagewesen.

Abfahrt um 4:30

Um 4:30Uhr fuhr mein Bus vom Hotel zum Eventgelände. Die Nacht davor war entsprechend kurz. Am Eventgelände angekommen habe ich mir erst mal einen Espresso gegönnt. Danach bin ich zum Schwimmstart und habe mich dazu entschlossen, auf das einschwimmen zu verzichten und mich gleich mal gut an der Startlinie zu positionieren, da 100m nach dem Schwimmstart gleich eine Linkskurve kam.

Swim

Mein Ziel war es, die 3,8km unter einer Stunde zu absolvieren. Das Schwimmen lief absolut perfekt und nach 57 Minuten kam ich aus dem Wasser und der Wechsel aufs Bike lief reibungslos.

Bike

Jetzt kam also meine Paradedisziplin und ich wusste, ich kann hier einige Plätze gut machen. Am Anfang der 180km gab es gleich ein paar Anstiege mit heftigem Gegenwind. Hier konnte ich gerade mal einen Schnitt von 32km/h und ich wusste, ich musste noch ganz schön zulegen, da meine Zielzeit bei 5:15h lag. Das racextract sparrow TT war von der Aerodynamik her wahnsinnig gut und ich konnte einen Platz nach dem anderen gut machen und arbeitete mich zu den Profis vor. Zwischenzeitlich konnte ich bis auf eine Top 30 Platzierung und 1. in meiner Altersklasse vorfahren.

Das Blöde war nur, dass ich vergessen hatte, den Aerosattel richtig festzuschrauben. Dieser löste sich nach 110 Kilometern. Das war scheiße. Richtig scheiße. 50 Kilometer lang versuchte ich vergebens, einen Mechaniker an der Strecke zu finden (Hilfe von außen ist beim Ironman nicht erlaubt), um einen 13er Gabelschlüssel zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Also musste ich immer wieder anhalten um den Sattel in Ordnung zu bringen. Ohne Schraubenschlüssel. War halt so und ich konnte daran nix ändern. Nach 5:24h kam ich in die Wechselzone, immer noch mit der Besten Radzeit in meiner Altersklasse.

Run

Auf Platz 2 meiner Altersklasse ging es auf die Laufstrecke. Hier tat ich mich richtig schwer, aber das war auch schon im Vorfeld zu befürchten. Plan war von Anfang an gewesen, einen komfortablen Vorsprung rauszufahren, um es beim Laufen gemütlicher (wenn man das überhaupt sagen kann) angehen zu können. Natürlich hatte mich die Nummer mit dem Sattel ganz schön aus dem Konzept gebracht.

Aber ich schaffte es, einen einigermaßen soliden Schnitt zu laufen. Positiv anzumerken ist, dass weder der Rücken noch die Wade Probleme machten, also mein Körper heute topfit und gesund war. Der Rest ist schnell gesagt, ich kam als 7. meiner Altersklasse und 51. in der Gesamtwertung ins Ziel.

In meiner Altersklasse gibt es 5 Hawaii-Slots, die morgen vergeben werden, und ich mache mir keine großen Hoffnungen, dass da noch einer für mich übrig bleibt.

Danke!

Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei meinem Schatz Alexandra. Sie hat die ganze Zeit live vom Start-Ziel-Bereich aus an die von uns gegründete Whatsapp-Gruppe, der sich ganz viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder angeschlossen haben. Ich konnte eben schon kurz überfliegen, wie dort den ganzen Tag über mitgefiebert und angefeuert wurde und bin total überwältigt. Mit soviel Support hätte ich niemals gerechnet. Natürlich möchte ich mich auch bei all denen bedanken, die mir die letzten Tage viel Glück auf allen möglichen Wegen gewünscht haben.

Bei meinen Athleten möchte ich mich für ihre Geduld in den letzten Wochen bedanken, wenn ich ab und zu mal etwas länger gebraucht habe und nicht ganz so viel für euch da war wie sonst!

So jetzt ist aber gut, ich trink jetzt noch ein Bier und dann gehts ins Bett.

Und morgen mach ich Urlaub!

Sportliche Grüße

Euer Jörg